Eine besondere Gassirunde im ersten Jahr mit dem Molch

Veröffentlicht: 18/06/2011 in Allgemein, Best of... - Gizmos Jahre vor dem Blog

Im ersten Jahr hat sich ein Mittagsspaziergang mit dem damals 10 Monate alten Molch für die Ewigkeit ins Gedächtnis gebrannt. Einige werden die Geschichte schon aus dem blauen Forum kennen, aber ich finde, die darf im Molchschen Blog auf keinen Fall fehlen.

17. Oktober 2008

„Nachdem mich unsere kleine Nervensäge schon den ganzen Vormittag darauf aufmerksam gemacht hat, dass ja der morgendliche Gassigang deutlich zu kurz ausgefallen ist, dachte ich mir, gehen wir heute Mittag mal in ungewohntem Terrain laufen. An und für sich eine klasse Idee. Konnte ich ja nicht ahnen, was da so alles auf mich zukommen würde.

Also erstmal Gizmo im Auto verstaut und ab in die Pampa. Kaum habe ich den Molch aus dem Kofferraum gelassen, pflügt er schon durchs Gras. Kein noch so großer Ast ist vor ihm sicher. Er schleift halbe Bäume mit sich rum und hopst dabei, als hätte er zum Frühstück ne Portion Flummis vertilgt. Nach ein paar kleinen Übungen gings dann durch einige Wiesen. Doch warum drückt denn Gizmo auf einmal so aufs Gas? Blicke in die Richtung: Nichts was sich bewegt. Und flupp, war mein Hund weg. Warum, sah ich ein paar Meter weiter. Mein „kleiner“  schaut mir aus einem Graben entgegen. Bis zum Hals im Wasser grinste er mich an, als wolle er mir mitteilen „Na, war ich mal schneller“. Okay, Wasser ist ja kein Problem. Nur, wie komm ich über den Graben. Weit und breit keine Brücke und der Bach geschätzte 1,50 breit. Naja, da nimmt man Schwung und springt einfach. Nur ist der Rand etwas locker. Herrchen erreicht also das andere Ufer, rutscht ab und… steht bis zum Knie im Wasser und der Rest der 1,85 m klebt an der Grabenschräge. Hund nass, Herrchen nass. Ganz nach Gizmos Geschmack. Und weil er sich ja sooo freute, das ich anscheinend auch Spaß am Kneipptreten habe, schüttelt er sich kräftig direkt auf Augenhöhe, als ich mich rausziehe. So, nun ist alles nass.

Und weiter gehts. Von weiteren Gräben kann ich Gizmo abrufen. Oh, auch mal ein Erfolgserlebnis. Erleichtert, den Grabenparcour ohne weiteres Bad verlassen zu haben, gehts in ein kleines Wäldchen. Die Erleichterung dauerte ganze 30 Sekunden. Denn direkt vor uns (geschätzt 5 Meter) bildet sich doch tatsächlich ein Rehbock ein, er müsse gerade jetzt in diesem Moment unseren Weg queren (hätte ja noch den Rest vom Tag genug Zeit dazu gehabt). Ich sah schon im Gedanken Gizmo durch den Wald hetzen. Er setzt auch an und flitzt zur Stelle, wo der Bock wieder ins Gehölz gebrettert ist. Ich rufe bleib und was passiert? Mein Hund bleibt stehen! Bewegt sich keinen Millimeter vom Weg und lugt ins Unterholz. Zu mir kommt er nicht, aber ich war ja auch nur ein paar Meter weg. Stolz wie Bolle, das Gizmo (noch) kein Jäger ist, gehts wieder weiter. Ihr könnt jetzt raten was kommt. Der nächste Graben. Gizmo schon wieder halbwegs trocken, schaut erstmal, ob Herrchen wieder baden geht. Diesmal mit mehr Schwung drüber. Null problemo. Aber mein Hund kann natürlich als Flat nicht über Wasser drüberspringen, sonder wenn, dann mittenrein. Mir ists schon wurscht. Denn er ist ja eh noch nass. Und weit habens wir ja auch nicht mehr. Und, um auf der Gizmoschen Checkliste des perfekten Spaziergangs auch noch das letzte Häckchen machen zu können, gehts zum letzten Kapitel.

Der Hund also wieder brav neben mir durchs hohe Gras. Doch auf einmal ist er weg. Nein, nicht wirklich. Ich sehe da vier Beine munter aus dem Gras herauszappeln. Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie sollte es auch anders sein, Gizmo hat wieder ein einmaliges Näschen bewiesen und wälzte sich in Fuchskacke und präsentiert mir danach stolz wie Oskar sein neuestes Deo, der er ich passend quer übers Gesicht geschmiert hatte. Also wieder zurück zum nächsten Bach und Hund durch die Fluten gejagt und abgewaschen. Nur stinkt das Zeugs ja dermaßen, dass Wasser alleine nicht reicht. Gizmo wird also um einen Aufenthalt in der heißgeliebten Duschkabine nicht rumkommen. Also nun aber endlich weiter zum Auto. Da mich ja eigentlich nichts mehr schocken kann, bin ich auch gaaar nicht überrascht, das unser Auto über und über mit Fliegen bedeckt ist. Hab sowas noch nie gesehen. Naja, die Sonne schien drauf und bei der Kälte wärmt man sich ja schon mal ganz gern auf beheiztem Blech. Nur die blöden Viecher lassen sich nicht verscheuchen. Also im Schnelldurchgang Heckklappe auf, Hund rein. Fahrertür auf, Mensch rein. Und trotzdem hat es ein dutzend dieser Plagegeister ins Auto geschafft. Die Heimfahrt wurde dann mit offenen Fenstern und Schiebedach angetreten. Doch gefiel einigen Fliegen das Auto scheinbar sooo gut – sie wollten bleiben, sodaß der Abschluß unseres Spaziergangs in einem rechten blutigen Gemetzel endete.

Mittlerweile ist Gizmo frisch geduscht, schnarcht auf seiner Matratze und träumt wahrscheinlich von Rehen, denen man auch hinterherjagen darf und Herrchen, die länger mit ihm im Wasser planschen. Ach ja, als Dankeschön für den tollen Mittagslauf hab ich natürlich eine ordenliche Gesichtswäsche bekommen *schleck.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s