Auf dem Grünen Band 2

Veröffentlicht: 13/07/2012 in Allgemein

Nach unserer letzten kleinen „Grenztour“ wollte ich mal an einem anderen Abschnitt die ehemalige Grenze entlanglaufen. Dank Google Maps bot sich das kleine Dorf Kleinensee an. Hier gibt es nämlich eine kleine Besonderheit. In einem Bereich am Grünen Band, wo ehemals eine kleine „Halbinsel“ BRD- ins DDR-Gebiet reichte, gibt das Naturschutzgebiet Seulings- oder auch Säulingssee. Hier senkt sich der Boden ab, weil die Kalihaltigen Bodenschichten ausgewaschen werden. In der Senke sammelt sich, trotz frühererVersuche der Trockenlegung, Wasser und ein Sumpfgebiet mit Flachwasserteichen entstand. An 3 Seiten des Geländes zog sich der Grenzzaun entlang.

Wir parkten im Südosten des „Sees“ und dann gings mit dem Molch erstmal am Rand des Naturschutzgebietes entlang. Wenn man nicht genauer hinschaut, erkennt man nicht, dass hier der ehemalige Todesstreifen entlanglief. Bei genauerem Hinsehen entdeckte ich dann aber den alten Verlauf und auch überbleibsel der Anlage. Unter anderem ein längeres Stück der KFZ-Sperre, die man auch mit einem Graben hätte verwechseln können. Wenn man diese Betonwand sieht, fragt man sich, wieviele 1000 Tonnen wohl auf die gesamten über 1400 Kilometer Grenze wohl verbaut wurden.

Nachdem wir die Hälfte des Säulingssees umrundet hatten, bogen wir direkt ins Naturschutzgebiet ein und durchquerten es der Länge nach. Ich wunderte mich schon, warum die östliche Seite der Fläche mit Elektrozaun gesichert war. Ist ja schon etwas übertrieben, ein NSG so abzuschotten. Daher staunte ich nicht schlecht, als ich plötzlich hinter einem kleinen Wäldchen tatsächlich eine kleine Herde Wasserbüffel entdeckte. Bei uns ja nicht gerade ein üblicher Weidebewohner. Dem Molch waren die dunkel dreinblickenden Riesen etwas suspekt. Als wir dann unsere Umrundung beendet hatten, immer mit dem großen „Monti Kali“ , der Kaliabraumhalde in Heringen, im Blick, schauten wir uns noch eine kleine Infostätte zur örtlichen Grenzgeschichte an, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Ein wenig Wildnis

Die Betonblöcke der ehemaligen KFZ-Sperre

Molch auf der KFZ-Sperre

Die Infotafel ist scheinbar schon etwas älter (wohl aus 1984). Immerhin gibts auf ihr noch die DDR

Da blitzt ein kleiner Flachwasserteich zwischen dem hohen Gras durch

Überraschung: Wasserbüffel im Hessischen Osten. 

Der Monte Kali

Dieser Kerl war dem Molch sehr suspekt…

Hier sieht man auch vom Boden aus, warum das Grüne Band grünes Band heißt.

Ein alter Grenzpfahl. Dieser bezeichnete den Grenzverlauf und den Beginn des DDR-Hoheitsgebietes. Die anderen Grenzanlage wir Zäune., Gräben etc. standen erst einige Meter dahinter. Im Hintergrund sieht man eine Betonmauer, wie sie In Grenzbereichen die im Westen direkt an Dörfern (wie auch in Kleinensee) oder Siedlungen lagen, errichtet wurden.

Streckmetallzaun

Kommentare
  1. Danke fürs Mitnehmen! Deutschland ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Vielleicht sollten wir für nächstes Jahr ein „Mudpaws-Wanderwochenende“ planen? …

  2. […] durch die beiden Posts von Jens “Auf dem grünen Band” und “Auf dem grünen Band 2″ kam es heute wie es kommen musste. Es war mal wieder nicht zu umgehen… Ich habe einen […]

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