Das Welpengrauen – Teil 1

Veröffentlicht: 29/11/2016 in Allgemein, Welpentagebuch

woodys-1-von-1-26Überall hört man nur, wie toll doch Welpen seien. So putzig. Auf Facebook wird man mit Filmchen und Fotos ach so niedlicher kleiner Tierchen bombardiert. Doch was sich dahinter für ein Grauen verbirgt, ahnen nur diejenigen, die selbst schon mal einen Welpen großgezogen haben.

Es fängt schon in der Nacht an. Mann hat das Glück, Besitzer eines gut schlafenden Welpen zu sein. Der zwar mal aufwacht, dem es aber reicht, mit Körperkontakt wieder einzuschlafen. Also lasse ich meinen Arm aus dem Bett in den Laufstall hängen, in dem der Welpe untergebracht ist, und das kleine schwarze Etwas legt seinen Kopf auf die Hand. Es macht sich wieder davon in die Welt der Welpenträume mit Bäumen voller Stofftieren und Käseleckerlis, die einem direkt ins Maul fliegen. Ich denke mir noch, ach ist das putzig, und schlafe wieder ein. Nur um eine halbe Stunde später unter Schmerzen wieder zu erwachen – mit dem Gefühl, der Arm, der immer noch im Laufstall hängt (der Welpe liegt natürlich längst in ner anderen Ecke), ist schon abgestorben und macht sich bereits auf den Weg in die ewigen Jagdgründe. Während ich versuche den Arm durch Schütteln und Durchkneten wiederzubeleben ist nun der Welpe wach und tut seinen Unmut darüber kund, in einem hölzernen Knast sitzen zu müssen.

Und was muss man als aller, aller erstes nach dem Aufwachen mit einem Welpen machen? Richtig. Man muss ihn schnellstmöglich rausbringen, die morgendliche Toilette erledigen. Da es schnell gehen muss, watschele ich nur mit Unterhose, Fliesjacke und Crocs bekleidet in den Garten. Da es Spätherbst ist und morgens um 6 Uhr noch dunkel, wird sich noch schnell die Stirnlampe auf den Kopf geschnallt. So ausgestattet trägt man nun den kleinen Hund raus und setzt ihn auf die Wiese. Ich muss nicht erwähnen, dass das Thermometer beim Versuch die 5 Grad zu überspringen kläglich gescheitert ist und es zu allem Überfluss auch noch regnet. Und der Welpe? Der hat erst mal nichts besseres zu tun, als auf der Wiese jedes Blatt auf links zu drehen und lustig durch die Gegend zu hopsen. Nach gefühlten Stunden nun lässt sich der Kleinhund dazu herab, einige der letzten noch verbliebenen Gänseblümchen zu gießen. Und siehe da, nach einigen Augenblicken und wildem Hin- und Hergeschnüffele macht er auch noch seinen morgendlichen Haufen. Aber nein. Nicht etwa auf die Wiese. Wäre ja zu schön. Das Steinbeet hat es ihm angetan und Herrchen darf erst mal die braune stinkende Masse zwischen Steinen in die Plastiktüte pulen. Natürlich nicht ohne den kleinen Vierbeiner in höchsten Tönen zu loben. Beim Nachbarn brennt auch schon Licht. Ich wette, er sitzt am Fenster mit ner Tasse Kaffee in der Hand während er das morgendliche Schauspiel verfolgt und lacht sich dabei tot. Da Herrchen vergessen hat, die Terrassentür zu schließen, entert das kleine schwarze Dingelchen mit Vollspeed das Esszimmer und hinterlässt mit seinen Matschpranken ein lustiges Muster auf dem Boden. Gott sei Dank tappst er auf direktem Weg in die Küche und setzt sich demonstrativ vor seinen noch leeren Napf. HUUUUNGER. Dieser wird gefüllt und während der kleine Racker nun das Welpenfutter inhaliert, mache ich mich an die Zubereitung des morgendlichen Kaffees. Jetzt ist auch der Sohnemann wach und sitzt auf dem Sofa, um interessiert den Familienzuwachs zu beobachten.

Während ich sehnlichst darauf warte, dass die Kaffeemaschine fertig ist, ertönt aus dem Wohnzimmer ein Schrei und ich höre einen Satz, den ich niemals nicht hören wollte: „Paaaaaapa. Woody hat im Wohnzimmer Kaka gemacht!“. Wie kann das sein? Der Sausack war doch eben noch draußen und hat dort seinen Haufen gemacht! Hilft nix. Es wird die obligatorische Küchenrolle gezückt und sich mit Sakrotan bewaffnet. Nachdem alles weggeputzt ist, natürlich unter den strengen Blicken von Sohnemann und kleinem Sausack, kommt noch das gute alte Febreze zum Einsatz. Memo an mich: Ich muss unbedingt noch einen Dankesbrief an Procter & Gamble verfassen, das Zeugs rockt!

 

Fortsetzung folgt…

 

P.S.: Wie der geneigte Leser, der der deutschen Rechtschreibung mächtig ist, merkt, habe ich so meine Probleme mit dem Setzen von Kommata. Wer Fehler findet darf sie behalten. Wenn mir allerdings jemand den Text freiwillig auf seine rechtschreiberischen Unzulänglichkeiten überprüfen würde, wäre ich nicht undankbar. 🙂

Kommentare
  1. Pia Buchholz sagt:

    nix da, Unzulänglichkeiten: ich finde eine Fliesjacke passt viel besser zur Morgentoilette und das Sakrotan zum (halben) Sausack …

  2. Herrlich! Da kommen Erinnerungen hoch. Bobby hat sich nicht nur in den Teppichen verewig, sondern auch in den Möbeln. Einige Tackerlöcher erinnern uns auch heute noch immer wieder an dieses „Welpengrauen“. Aber sehr sehr süß ist der kleine Woody, sieht so unschuldig aus… 😉

    • gizmolch sagt:

      Bisher sind noch keine Verluste und Schäden zu vermelden. Und Teppiche haben wir GsD nicht. Schauen kann er wie die Unschuld vom Lande, hat es aber faustdick hinter den Ohren! 😉

  3. Bonjo sagt:

    Hehe ja so ist das eben….

    Schlabbergrüße Bonjo

  4. Steffen sagt:

    Bin gespannt, was noch so passiert… 🙂

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